Mobilitätstraining - Nur ein kurzfristiger Fitnesstrend?

March 10, 2018

„Mobilitätstraining gehört unweigerlich zu einem guten Trainingsplan!“

 

Wenn man sich über Mobilitätstraining mit Fitnessexperten unterhält, hört man diesen Satz fast immer. Doch ist da etwas dran oder ist es nur wieder eine neue Marketingstrategie der Fitnessindustrie

 

Den Fitnesstrend „Mobility Training“, haben mittlerweile auch viele Fitnessstudios erkannt und bieten Kleingruppentrainings zu diesem Thema an. Verschiedenstes Equipment kommt dabei ebenfalls ins Spiel. Die Nachfrage steigt nicht ohne Grund, denn die Bevölkerung in Deutschland wird zunehmend älter und die Bewegungsarmut steigt im alltäglichen Leben.

 

Was bedeutet Mobilität überhaupt?

 

Unter Mobilität versteht man die aktive Beweglichkeit im Gelenk ohne Fremdeinwirkung von außen. Oft wird Mobilität mit Flexibilität verwechselt, obwohl es zwei völlig verschiedene Bewegungsformen sind. Beim Mobilitätstraining geht darum, die Verbesserung der Körperwahrnehmung und das Zusammenspiel der beteiligten Strukturen zu optimieren. Die Bewegungsausführung muss für das Gelenk in einer natürlichen Bewegungsform ausgeführt werden. Hierdurch steigert man die eigene Leistungsfähigkeit und stabilisiert seine Körperstruktur.

 

Im Gegensatz zur Mobilität, handelt es sich bei der Flexibilität um die passive Bewegung im Gelenk. Flexibilität kann trainiert werden, in dem man zum Beispiel, mit einem Partner oder einem Band in Bewegungen hineingebracht wird, die nur durch den äußeren Einfluss möglich sind. Das heißt, der Bewegungsradius im Gelenk kann dadurch erhört werden. Wer sich viel dehnt, ist zwar sehr beweglich, kann sich aber leichter verletzen, wenn er oder sie es nicht durch Muskelkraft wieder ausgleicht, da das Gelenk instabil wird.

 

Was passiert, wenn ich mich nicht um meine Mobilität kümmere?

 

Der Mensch hat über Jahre hinweg eine eingeschränkte Bewegung ausgeführt und sich dadurch Kompensationsbewegungen angeeignet. Durch eine einseitige Belastung im Gelenk, kommt es zu Einschränkungen der Beweglichkeit und damit zu einem schlechten Nährstoffaustausch im Gelenk. In der Regel saugt sich das Gelenk wie ein Schwamm, durch Be- und Entlastungen, mit Nährstoffen voll und gibt sie wieder ab. Das ist ein natürlicher Prozess. Durch diese einseitige Belastung , bauen andere Areale akut ab. Der Muskel verliert an Stabilität und kann das Gelenk nicht mehr optimal schützen. Durch diese Schwachstellen im Körper sind ca. 90% der deutschen Bevölkerung auf ein künstliches Gelenk angewiesen. Wenn das Gelenk nicht in seinem vollen natürlichen Bewegungsradius belastet wird, kann es zu einem Knorpelabbau kommen und Arthrose ist häufig die Folge. Das Ergebnis ist ein abgeändertes Bewegungsmuster, die andere Gelenke und Muskeln kompensieren müssen.

 

Mobilität gibt mir die Möglichkeit, mit einem sehr geringen Kraftaufwand einen möglichst großen Reiz im Muskel zu setzen.

 

Es macht keinen Sinn einzelne Abschnitte im Körper isoliert zu dehnen, da sich unser Körper in Muskelketten bewegt, denn Muskeln arbeiten niemals alleine!

  

Das dehnen sollte also komplexe Bewegungen in einer maximalen “Range of Motion“ beinhalten. Das heißt so viel, dass beim Dehnen der volle Bewegungsumfang in der Muskelkette ausgenutzt werden sollte.

 

Wie gehe ich also am Besten vor?

 

Für mich liegt im Training der primäre Fokus auf Mobilität und Stabilität. „Mobiliy Training“ oder auch „Functional Stretching“ baue ich bewusst vor den sportmotorischen Trainingsparts wie Kraft, Ausdauer und Koordination in mein Training ein.

 

Ein Beispiel gefällig?

 

Ich vergleiche das ganz gerne mit einem Hausbau. Bevor man mit dem Hausbau (Kraft-Ausdauer-Koordination) beginnt, sollte man immer anfangen das Fundament (Mobilität, Stabilität) zu ebnen. Denn wenn du das ein deinem Training vernachlässigst,  fällt dein Haus in sich zusammen.

 

So arbeite ich:

 

Für mich als Trainer ist die Körperwahrnehmung und Beweglichkeit, innerhalb der Gelenke, ein primärer Teil des Trainings, an dem gearbeitet werden muss.

 

Für die Beweglichkeit, verwende ich unter anderem Faszienrollen und kleine Bälle um das Gewebe zu lockern und punktuell Triggerpunkte zu bearbeiten. Triggerpunkte sind teilweise nur erbsengroße „verkrampfte“ Zonen in der Muskulatur. Durch diese „Dauerkrämpfe“ können betroffene Muskelareale nicht mehr an der normalen Anspannung und Entspannung des Muskels teilhaben.

 

Durch das zusätzliche Bewegen des Gelenkes bei der Behandlung, verursacht man das vermehrte gleiten der Faszienschichten (Bindegewebsschichten). Im Anschluss folgt dann das Dynamische Dehnen innerhalb des Gelenkes, um es in ihre Ursprungslänge zu „ziehen“.

 

Hierauf folgt dann das aktive Ansteuern der betroffenen Region. Um das Körperbewusstsein zu steigern und den Muskel am Gelenk zu kräftigen.

 

Zum Abschluss kann ich sagen, dass ich diesen Fitnesstrend nicht als Trend sehe, sondern als positive Entwicklung in den Fitnessstudios, welche sich langfristig etablieren wird.

 

Tipp:

 

Baut in eurem Trainingsplan einen Mobilitätsteil von ca. 10-20 Minuten ein. Dieser sollte am besten vor dem ursprünglichen Training erfolgen.

 

 

Euer

 

Personal Trainer

Francesco Pavone

 

 

 

 

Quellen :

http://www.functional-training-magazin.de/mobilitaetstraining/

http://www.dr-kreutz.eu/leistungsspektrum/triggerpunkttherapie/triggerpunkte.html

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